In Heideggers Sein und Zeit hält sich die Charakteristik des ‘Zu-sein-haben’
des Daseins für das sogenannte Existenzial, aber trotzdem hat er sie nicht
hinreichend zum Thema seines Denkens gemacht. Bei näherem Hinsehen lässt
sich meiner Auffassung nach ein wichtiger Gesichtspunkt entnehmen, dass
Heidegger im Ausgang der hermeneutischen Struktur des Daseins den
ausgezeichneten Bezug des ‘Zu-sein-haben’ zum Begriff der Eigentlichkeit
implizit zur Geltung bringt. In dieser Klärung erweist sich erneut, dass das
‘Zu-sein-haben’ des Daseins im Modus der alltäglichen Eigentlichkeit
interpretiert werden muss. Die Struktur der folgenden Ausführungen besteht aus
drei Schritten. a. Das Dasein kann eigentlich oder uneigentlch existieren. Dies
ist aber nur möglich, soweit es immer schon eigentlich ist. b. Dieser
Grundgedanke lässt sich mit dem Begriff der Eigentlichkeit umreißen. c. Die
grundliegende Bedeutung der alltäglichen Eigentlichkeit findet seine Bestätigung
auch in dem existenziellen Faktum der ‘eigentlichen Angst’. Aus diesen
Beobachtungen ergibt sich folgende These: Dem Zu-sein-haben des Daseins kann
man sich nur in der Perspektive der alltäglichen Eigentlichkeit nähern. Die
These lässt sich ohne weiteres umformulieren in den Satz: Die alltägliche
Eigentlichkeit in der prozesshaftigen Vereinzelung, wo man als geworfenes auf
bestimme faktische Möglichkeiten, d. h. die Anderen und die Welt, sich
entwerfen kann, eröffnet nun einen exakteren Zugang zum Verständnis des
Zu-sein-haben.